Unsere Stiche
Hier finden Sie eine kleine Auswahl von Stichen aus unserem Geschäftssortiment.
AquatintaAquatintaDie Aquatinta (ital.: gefärbtes Wasser) ist eine Tiefdrucktechnik, die bereits im Jahre 1765/68 von Jean Baptiste LePrince in Paris entwickelt wurde. Die Besonderheit dieser Technik ist, dass - anders als bei einer Radierung - nicht linear sondern flächig gearbeitet wird. So ist es möglich beim Drucken auch Halbtöne zu erzeugen, was die Aquatinta zu einem eher malerischen als grafischen Verfahren macht.
Bei der Herstellung einer Druckplatte wird üblicherweise eine Kupferplatte mit feinem Asphalt oder kolophonium bestäubt und anschließend erhitzt. So werden während eines Ätzbades nur die Zwischenräume der Staubpartikel angegriffen. Um unterschiedliche Graustufen zu erzeugen, werden Flächen auf der Kupferplatte mit Lack abgedeckt und diese immer wieder in ein Ätzbad gegeben. Nach mehrfacher Ätzung wird die Platte von dem aufgeschmolzenen Asphaltstaub gereinigt und mit Druckfarbe eingerieben. Anschließend wird sie auf ein Blatt abgedruckt und es entsteht eine Aquatinta.
Die Aquatinta wird häufig mit der Radiertechnik kombiniert um einem Blatt mehr Struktur zu verleihen. Grafiken dieser Technik ähneln durch ihre malerische Qualität stark lavierenden Tuschzeichnungen und sind an ihrer typischen Körnung zu erkennen. Diese Technik wurde über ein Jahrhundert lang sowohl für die Reproduktionsgrafik in der Buchillustration genutzt, als auch für künstlerische Meisterblätter. Ein berühmtes Beispiel ist der spanische Künstler Francisco de Goya (1746-1828), welcher diese Technik für seine graphischen Werke verwendete.
HolzstichHolzstichDer Holzstich ist im Gegensatz zu dem Kupferstich oder der Radierung eine Technik des Hochdruckes und gilt als Weiterentwicklung des Holzschnittes. Das bedeutet, dass nicht die eingravierten oder geätzten Furchen mit Farbe gefüllt und gedruckt werden, sondern dass die Teile der Platte auf das Papier gelangen, die beim Schnitzen stehen gelassen wurden. Die farbtragenden Druckstellen sind also auf der Oberfläche des Holzbrettes verortet.
Dieses jüngere Verfahren entwickelte sich gegen Ende des 18. Jahrhunderts aus dem Holzschnitt. Es wurde vor allem von dem Engländer Thomas Bewick (1753-1828) für die Buchillustration entwickelt und stellte eine dem Kupferstich gegenüber preiswertere Herstellungsweise für Reproduktionsgrafiken dar.
Durch die Verwendung von unterschiedlichen Werkzeugen bei der Bearbeitung einer Holzplatte lassen sich sowohl schwarze und weiße Linien als auch Flächen darstellen. Da man für diese Technik nicht wie bei einem Holzschnitt Messer sondern Holzstichel verwendet, wird eine feinere Abstufung der Grautöne erzielt. Feinste Parallelschraffuren und Punktierungen erzeugen den Eindruck unterschiedlicher Graustufen. Besondere Merkmale des Holzstiches sind damit schwarz-weiße Linienkreuzungen und eine enge Punktionen, die wie ein Raster wirken. Berühmte Beispiele für Holzstiche stammen unter anderem von dem Grafiker Thomas Bewick.
HolzschnittHolzschnittDer Holzschnitt gehört zu den Hochdrucktechniken und ist eine der ältesten Drucktechniken der Welt, da er bereits von den alten Ägyptern angewendet wurde. Er entwickelte sich parallel zur Buchdruckkunst und erreichte seine erste Blüte um 1500 mit den Buchillustrationen der Weltchroniken durch Hartmann Schedel. Für künstlerische Zwecke wurde er jedoch erst ab dem 16. Jahrhundert durch Künstler wie Albrecht Dürer oder Hans Baldung verwendet. Im selben Jahrhundert veröffentlichte Sebastian Münster die „Cosmographia“, in der erstmals mehr als 500 Naturzeichnungen, Stadtansichten und Karten durch Holzschnitte abgebildet wurden.
Bei der Herstellung eines solchen Schnittes wird eine zwei bis vier Zentimeter dicke und sehr ebene Platte mit Schnittwerkzeugen wie Hohleisen, Konturenmessern, Rundeisen oder Grabsticheln bereitet. Die Linien und Flächen, die erhaben als Stege oder Grate stehen bleiben, werden später gedruckt. Sie werden mit Druckfarbe eingewalzt und durch einen Handabzug oder auch in einer Presse gedruckt. Man erkennt einen solchen Druck daran, dass die Rückseite eines Blattes eine Prägung aufweist, die durch die Grate und Stege eingestanzt wird. Im Gegensatz zum Tiefdruck wird bei dem Druckverfahren weniger Kraft benötigt und es entstehen kaum Abdrücke vom Plattenrand.
KupferstichKupferstichAb der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts wurde dieses Verfahren durch Martin Schongauer, einer der ersten bedeutenden Kupferstecher, entwickelt. Durch Franz Hogenberg und Georg Braun wurden im 16 Jahrhundert zahlreiche Stadtansichten und Landkarten in den Bänden der „Civitates Orbis Terrarumr“ veröffentlicht. Im 17. Jahrhundert fand das Verfahren hauptsächlich Anwendung in der Reproduktion von Grafiken und Gemälden, beziehungsweise in der Erstellung von Landkarten und Musiknoten. Der Kupferstich erreichte seinen Höhepunkt mit Meisterwerken von Matthäus Merian und Michael Wening.
In der Herstellung eines Kupferstiches werden mit einer Radiernadel feine Linien in das Metall graviert. Anders als bei einer Kaltnadelradierung bleiben bei einem Kupferstich keine Grate am Rand der Linie stehen, was sich auf dem späteren Druck zeigt. Auch ist die Linienführung starrer und ebenmäßiger als bei einer Radierung, da nicht geätzt, sondern graviert wird. Aufgrund der Härte und des Widerstandes des Materials sind die Linien nicht so frei und spontan wie bei einer Radierung. Die teilweise sehr aufwendig bearbeiteten Platten werden mit Druckfarbe eingerieben und auf saugfähiges Papier abgedruckt. Dieser Vorgang kann mehrfach, jedoch nicht unendlich wiederholt werden, da die Gravur bei jedem Druck an Schärfe und somit an Qualität verliert. Die begrenzte Auflage der Blätter macht Kupferstiche für Sammler sehr beliebt und wertvoll.
LithographieLithographieDie Lithografie (altgrich.: lithos = Stein und graphein = schreiben) ist eine Flachdrucktechnik. Es wird, nicht wie bei dem Hoch- oder Tiefdruck auf verschiedenen, sondern nur auf einer Ebene gearbeitet. Die zwischen 1796 und 1798 von Alois Senefelder entwickelte Technik verwendet einen feinporigen, geschliffenen Kalkstein als Druckplatte. Dieser wurde mit einer ätzenden Flüssigkeit behandelt und anschließend mit einem Fettgrund bearbeitet. Dieser Fettgrund wurde ursprünglich mit einer Feder oder einem Pinsel aufgetragen. Trug der Lithograf die ebenfalls fetthaltige Farbe auf, so wird diese von dem Stein abgestoßen und nur von den mit Fettgrund behandelten Stellen aufgenommen. Durch hohen Pressdruck konnte das Motiv auf ein Blatt übertragen werden.
Die Motive wurden demnach nicht graviert, sondern einfach aufgezeichnet. Durch die Möglichkeit einer freien Handbewegung auf dem Stein erhält die Lithografie einen sehr handschriftlichen Charakter.
RadierungRadierungDie Radierung (Latein: radere= kratzen, entfernen) ist ein Tiefdruckverfahren, dass bereits im frühen 16. Jahrhundert erprobt wurde und bis in das späte 18. Jahrhundert sowohl für die Buchillustration, als auch für künstlerische Meisterblätter verwendet wurde. Vor allem die Städteansichten von Braun und Hogenberg sind Beispiele für hohe Radierkunst. Anders als bei einem Kupferstich ist die Linienführung nicht scharf, sondern eher körnig und natürlich – ein typisches Merkmal der Radierung! Dies liegt an der spezifischen Herstellungsweise, bei der die Linie nicht graviert sondern geätzt wird.
Bei diesem Verfahren wird eine Platte mit einem säurefesten „Ätzgrund“ bestrichen in den anschließend mit einer spitzen Radiernadel das Motiv eingeritzt wird. Gibt man die Platte in ein Ätzbad, so greift die Säure nur an den Stellen an, an denen der Ätzgrund entfernt wurde. Die Tiefe der eingeätzten Furchen wird von der Dauer des Ätzbades bestimmt. Daraus ergibt sich bei dem Druckverfahren die Intensität der Farbigkeit. Um das Motiv schließlich zu drucken wird die Platte im letzten Schritt von dem Ätzgrund gereinigt und mit Druckfarbe eingerieben. So kann unter Druck die in die Linien gedrückte Farbe auf ein Blatt übertragen werden.
Ein weiteres besonderes Merkmal der Radierung ist die freie und natürliche Linienführung. Da bei der Ritzung in den Ätzgrund mit weniger Druck gearbeitet wird als bei einer direkten Gravur in das Metall, weist sie die Spontanität einer Bleistiftzeichnung auf. Durch die freie Handbewegung können sehr detailgetreue und feine Linien und Schraffuren erzeugt werden. Unterschiedliche Tonwerte lassen sich bei einer Radierung ausschließlich über die Enge der Schraffurlinien erzeugen, und nicht wie bei der Aquatinta über flächige Nuancen.
StahlstichStahlstichDer Stahlstich ist ein Tiefdruckverfahren, das um 1820 von Jacob Perkins erfunden wurde. Er ist als Nachfolger des Kupferstiches anzusehen und somit mit diesem sehr verwandt. Im Unterschied zum Kupferstich lässt sich jedoch durch den Stahlstich aufgrund der Härte des Materials eine höhere Auflage von Drucken erzeugen. Das Metall nutzt sich weniger ab und die Stege zwischen den gravierten Vertiefungen bleiben länger erhalten. Es eignet sich hervorragend für die Darstellung feiner Schraffuren, erreicht jedoch nicht die farbliche Tiefe eines Kupferstiches.
Durch ein chemisches Verfahren wird der Stahl erweicht. So können wie bei einer Radierung feinste Schraffuren und Linien eingeätzt werden. Anschließend wird das Material wieder erhärtet, um die Platte nun mit Farbe einzureiben. Dabei wird die Farbe in die fein gravierten Linien gedrückt, die später das Motiv auf das Papier übertragen.
Im 19. Jahrhundert wurde diese Technik vor allem für das Drucken von Banknoten, aber auch für die Herstellung von Buchillustrationen genutzt. Zu den bekanntesten Stahlstechern gehören beispielsweise William H. Bartlett oder Albert H. Payne.
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